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Neues aus Birkenfeld

Dimitri steigt am liebsten für die Firma Zwetsch in den Ring

Dimitri Geibel ist es gewohnt, schwierige Kämpfe auszutragen. Während seiner aktiven Zeit boxte der Idar-Obersteiner in der Bundesliga. Er hatte, kurz nachdem er seine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker bei der Firma Zwetsch abgeschlossen hatte, sogar überlegt eine Profikarriere anzustreben. Doch Ihm war diese Perspektive im Vergleich zu den Chancen in der Firma zu unsicher. Er entscheidet sich dagegen. „Der Beruf sollte im Vordergrund stehen“, bestimmt er für sich. Und der macht ihm einfach Spaß, wie man an seinem Enthusiasmus für den Job deutlich merkt.

In der Firma mit über 180 Mitarbeitern ist es als Zerspanungsmechaniker mit der Fachrichtung Langdrehen seine Aufgabe, anhand einer technischen Zeichnung seine Maschine zu rüsten und ein Programm zu schreiben, damit letztlich die Teile in die richtige Form kommen. Dazu bedient er eine High-Tech-Anlage, in die ein Metallstab eingelassen wird. Aus diesem werden dann die einzelnen Werkstücke gedreht.

Eine falsche Einstellung bei den rund zwanzig Zahlen und das Teil ist für den Kunden unbrauchbar. Dimitri startet einen ersten Durchgang, mit dem er nicht ganz zufrieden ist. Das produzierte Teil ist ihm zu „unsauber“. Das Stahlstück hat eine zu scharfe Kante, ein Zeichen dafür, dass der Abstecher ausgebessert werden muss. Bis zu 34 Werkzeuge müssen so eingestellt und aufeinander abgestimmt werden. Dimitri hat dafür zehn Schubladen mit verschiedenen Bohrern, Drehwerkzeugen und Fräsern aus unterschiedlichem Material zur Verfügung. Alle erfüllen eine bestimmte Funktion. Er muss das richtige Werkzeug auswählen, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Die Teile müssen ganz genau vermessen werden.

„Die tägliche Herausforderung macht mir einfach Spaß“, erklärt Dimitri. Es würden immer wieder neue Probleme und Optimierungsmöglichkeiten auftauchen. „Das ist die Herausforderung, immer aufs Neue die Teile bestmöglich zu produzieren“, sieht sich der 26-Jährige in der Pflicht, das Optimum aus seiner Maschine herauszuholen. „Du kannst das Programm immer optimieren“, findet Dimitri und macht sich gleich an den nächsten Durchgang.

Mit Öl wird der Stab gekühlt, während die Maschine die Form und die Gewinde in das Metall schneidet. Die ersten Teile, die er gedreht hat, werden nun gemessen. Die Breite der Gewinde und die Länge des Stücks wird erfasst. Zwar gibt es Toleranzen, Dimitris Anspruch ist aber, es ganz genau zu machen. Er korrigiert jeden Hundertstel-Millimeter an der Maschine noch einmal nach, damit dem Kunden am Ende das perfekte Teil geliefert werden kann.

Auf der Vergrößerung sieht Dimitri, ob die Kanten sauber sind.

Die traditionsreiche Firma Zwetsch, die im Stahlhandel zahlreiche Unternehmen mit Teilen ausstattet, feierte im Jahr 2019 das 100-jährige Jubiläum. Dimitri ist noch nicht ganz so lange dabei, aber auch er kann in diesem Jahr als Mitarbeiter einen runden Geburtstag feiern. Mittlerweile ist er, der mit neun Jahren aus Kirgistan nach Deutschland kam, zehn Jahre in der Firma, quasi ein alter Hase. Er kennt sich so ziemlich mit jeder Maschine aus. „Viele kommen mittlerweile auch auf mich zu und bitten um Tipps“, erklärt er. „Wenn man dann den Kollegen helfen kann, macht das einen schon stolz.“

Nach mehreren Durchgängen ist Dimitri zufrieden und kann die Produktion starten.

Als nächsten Schritt will er seinen Industriemeister machen. Dort geht es dann um Aufträge, Kalkulationen und das Bestimmen der Preise. Mit dem Meister kann er so seine Fähigkeiten und Kenntnisse im praktischen und fachlichen Bereich weiter ausbauen. Die Firma muss nämlich oft auf flexible Kundenwünsche reagieren und kurzfristige Lieferzeiten garantieren. Dabei fordert die Firma Zwetsch auch, Nachhaltigkeit mitzudenken. Durch verschiedene Maßnahmen ist das Unternehmen komplett klimaneutral.

Aber vorher steht für den 26-Jährigen mal wieder eine schwere Entscheidung an. Da seine langjährige Freundin in Köln wohnt, spielt er mit dem Gedanken, die Firma Zwetsch zu verlassen und nach Nordrhein-Westfalen zu ziehen. „Ich habe mir hier etwas aufgebaut und dann ist es natürlich eine schwere Entscheidung, das aufzugeben“, hadert er. „So eine familiäre Firma noch einmal zu finden, dürfte sehr kompliziert werden.“ Er schätzt die Atmosphäre, legt Wert darauf, ein persönliches Verhältnis zu seinen Kollegen und Chefs zu haben. Nach der Arbeit kann er sich im firmeneigenen Fitnessstudio fithalten, für ihn ein wichtiger Ausgleich zum Stehen an der Maschine.

Selbst steigt Dimitri nicht mehr in den Ring, aber er bleibt dem Boxsport noch als Trainer und Punktrichter erhalten. Die Entscheidung, ob er die Firma verlässt, dürfte allerdings erneut ein harter Kampf für ihn werden. Weitere Info´s zur Firma Zwetsch hier!

Autor: Tim-Julian Schneider 

Dimitri steigt am liebsten für die Firma Zwetsch in den Ring
Dimitri steigt am liebsten für die Firma Zwetsch in den Ring

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